und dank Pandemie und den anderen erschreckenden Weltgeschehnissen ist es mir so gut gar nicht aufgefallen. Es hat sich soviel verändert, dass ich mein Leben fast ohne Plastik und Müll gar nicht mehr registriert habe. Plötzlich durfte man seinen eigenen Becher nicht mehr mitbringen, folglich habe ich gar keine to-go-Getränke mehr konsumiert. Die Lebensmittel werden teurer, der Weg zum Supermarkt macht keinen Spass mehr, also laufe ich nur noch zu Fuss zum örtlichen Landwirt und kaufe das, was er regional und saisonal anbietet. Auf dem ersten Blick teurer, aber da der Einkauf auch übersichtlicher wird, kommt es mich im Endeffekt billiger, da ich mich im Supermarkt nicht mehr verführen lasse. Den besuche ich nur noch für Milchprodukte, meine Seife/ Shampoo kaufe ich immernoch in kleinen Geschäften oder Märkten und dann eben auf Vorrat.
Aber was hat sich in den letzten 5 Jahren geändert?
Anfang 2018 beschloss ich, mein sowieso schon umweltfreundliches Verhalten zu optimieren. Ich wollte den täglichen Müll reduzieren, nachhaltiger einkaufen und den vielen Schnick-Schnack weglassen, der viel zu oft bei mir ein zu Hause gefunden hat.
In meinem Haushalt befanden sich bereits 20 Jahre alte Einkaufstaschen, Klappkisten für das Auto und im Handeln schon lange der Verzicht auf z.B. Eisbecher beim Italiener, da diese eh im Müll landeten.
Was ich schon seit vielen Jahren praktiziere
1. Kaffee filtere ich per Hand
2. Eiswürfel bereite ich nicht in Eiskugelbeutel vor, sondern in wiederverwendbare Formen
3. TK-Gemüse wird im Pappkarton gekauft, wenn überhaupt, eigentlich kaufe ich frisch.
4. NOGO Plastiktragetüte – YES zu Korb, Stoffbeutel etc
5. Keine Fertiggerichte
6. Eis aus der Eisdiele nur aus der Waffel, obwohl ich diese ich nicht mag.
7. Eis aus dem Supermarkt wird auf Eis reduziert, dass in laminierten Karton verpackt ist und nicht einzeln verpackt in Folie oder gar Plastikbechern.
8. Kleidung nur in 100% Wolle oder Leinen
9. Alufolie abgeschafft, ich verpacke Essenreste in Gläser
10. Kurze Wege, innerhalb vom Dorf, gehe ich zu Fuß, außer ich muss Getränke einkaufen 
11. Licht brennt nur in den Räumen, in denen ich mich aufhalte
12. Konsequentes Tragen meiner Brille erspart Kontaktlinsenverpackungen und -lösung
13. mein ToGo-Becher auf Autofahrten, den ich sicherlich schon 10 Jahre nutze. Tatsächlich war der Grund allerdings, dass ich mir einmal auf der Fahrt in die Steiermark Kaffee überschüttete und ich mit einem Mehrwegbecher auf der sicheren Seite gewesen bin. Damals, war es noch schwerer, an einer Raststätte den eigenen Becher zu benutzen, ich musste teilweise umschütten und habe den Pappbecher dann vor Ort gelassen, so musste sich die Tankstelle um den Müll kümmern. Heute ist das ja zum Glück kein Thema mehr.
Die Liste las sich toll, war mir aber zu wenig, nun wollte ich das Müll sparen durchziehen. Einwegprodukte in Plastik oder Plastik verpackt, sollten verschwinden. Natürlich hatte ich Vorräte, aber diese wurden dann nach und nach ausgetauscht und nein, es gab noch kein Gesetz zum Plastiksparen von Einwegprodukten – das kam erst danach. JA, Greta war damals noch KEIN THEMA
Angefangen habe ich mit dem Bad.
Damals standen noch Duschgel und Shampoo gepaart mit Conditioner, manchmal noch eine Kurpackung und dann der Waschschwamm aus Polyester auf der Wanne herum.
Seit 2018 habe ich jedoch Seifen, einen normalen Waschlappen aus Baumwolle und anstatt einem Einwegrasierer einen Rasierhobel im Bad liegen. Meine Billigmascara wurde in eine von einem Naturkosmetikanbieter ausgetauscht, anstatt eines Flüssigeyeliners, der in einer Plastikverpackung steckt, kommt entweder der gute alte Kajalstift zum Einsatz oder ein Flüssigeyeliner in einem kleinen Glascontainer, ebenfalls alles von einem Naturkosmetikanbieter.
Abgeschminkt wird mit Kokosöl und Stoffpads aus Baumwolle und wenn ich eine Maske oder eine tiefergehende Reinigung der Haut brauche, nutze ich Tote Meer Seife. Dann noch etwas Kokosöl drauf und fertig bin ich .
Auch der Badezusatz wurde ausgetauscht. Wenn ich überhaupt mal bade, dann kommen mir nur noch Badekugeln in die Wanne.
Wattestäbchen sind nun aus Papier und nicht mehr aus Plastik. Die Zahnbürste aus Holz. (Remember, ich habe schon vor dem Gesetz gewechselt)
Mein Toilettenpapier ist recyceltes Papier, zertifiziert vom blauen Engel. Klar, es riecht nicht nach Sommer, es fehlen die bunten Bildchen und es ist auch nicht mehrfach-lagig und samtweich, aber mal ehrlich, warum soll mein Po nach Sommer riechen? Er muss sauber sein, mehr auch nicht.
Mein einziges Manko ist weiterhin noch die Plastikverpackung des Toilettenpapiers und die Zahnpasta.Bei Zahnpasta halte ich mich an die Vorgaben meines Zahnarztes, damit er weniger schimpfen muss.
Hier und da fallen noch die Umverpackungen von Seife an oder hier und da eine aufgebrauchte Lidschattenverpackung, aber diese sind auch ewig in Gebrauch, das wird folglich noch etwas dauern.
In den letzten 4 Jahren kamen im Bad dazu
1. Duschgel auf Seife
2. Shampoo auf Haarseife
3. Peelings auf Tote-Meer-Seife
4. Wattepads auf Baumwollpads
5. Duschwamm aus Plastik auf Waschlappen
6. Badezusatz in Plastikflaschen in Badesalz im Glas
7. Einweg-Rasierer auf elektrischen Rasierer
8. Make up Entferner in Plastikverpackung in Kokosöl im Glas
9. Einwegzahnbürste in elektrische Zahnbürste und Bürste aus Bambus
10. Wattestäbchen mit Plastikstab auf plastikfreie Wattestäbchen
11. Einwegfusselbürste auf Dauerfusselbürste
12. Einwegfeilen und wieder zurück zur guten alten, zwar teuereren aber Jahre haltenden Mehrwegfeile
In der Küche war das schon schwieriger
Gar nicht so einfach, denn auch die Tragebeutel der Mandarine ist nicht rein kompostierbar und daher für mich ein NO-GO. Daher kaufe ich so gut wie gar nichts mehr im Supermarkt, sondern fast nur noch beim Landwirt meines Vertrauens. Dann gibt es eben keine Mandarinen, wenn er sie nicht anbietet – allerhöchstens noch auf dem Wochenmarkt, aber da komme ich seltener hin.
Ja, ich habe immernoch Plastiklöffel im Haus, aber warum wegwerfen, wenn sie noch funktionsfähig sind? Sollten solche Dinge einmal kaputt gehen, werden sie ausgetauscht, aber mittlerweile, wir erinnern uns, ich habe vor 5 Jahren angefangen, konsequenter zu sein, gibt es soviel Alternativen, dass ich mir hier kaum noch Gedanken machen muss.
Zum Thema Müllbeutel möchte ich noch sagen, dass ich sowieso selten Müllbeutel genutzt habe, damals wie heute ist jeder Beutel auch 1x Müll und in die Tonne passt auch mehr rein, wenn ich keinen Beutel nutze.
Im Haushalt konnte ich Folgendes ändern:
13. Müllbeutel in Papier (besonders beim Kompostmüll)
14. Küchenhelfer aus Plastik in Holzlöffel etc
15. Küchenpapier in Stofftücher, die in die Waschmaschine können
16. Plastikstrohhälme in Wiederverwendbare Strohhälme oder Papierstrohhälme
17. Spülbürste aus Holz
18. Joghurt und Milch, genauso wie Wasser kommen im Glas
19. Obst & Gemüse wird nur Plastikfrei eingekauft
20. Verzicht, wenn möglich, auf die Papiertüte beim Bäcker, bzw Nutzung meines Brotsackerl
21. Pasta nur in Papierverpackungen (ja die gibts)
22. Geschenke hab ich bereits in den 80er nur in Zeitungspapier verpackt
23. Abflussreiniger heisst bei mir Backpulver, Essig und heißes Wasser
24. Anstatt Taschentücher in den kleinen Plastikverpackungen nutze ich nun Papierboxen, die habe ich auch im Auto, worüber sich mancher Fahrgast wundert
25. Elektrischer Wasserkocher , der viel Plastik enthielt, sich aber auch immer vom Boden Teilchen löste, in einen Edelstahlwasserkessel getauscht
26. Eier nur noch frisch und keine Hartgekochten , die bunten sind alle in Plastikverpackten. Die Eier kommen übrigens vom Landwirt meines Vertrauens, da kann ich den Hühnern beim Fressen auf der Wiese zuschauen und vor allem sind es Zweithühner, sie werden irgendwann geschlachtet und ich kann mir zu Hause ein echtes Bio-Huhn zubereiten.
Es ist sehr viel passiert in den letzten 2 Jahren.
Schokolade kaufe ich fast nur noch in Papier und Stanniolpapier verpackt, auch wenn ich natürlich auch hier gerne auf Stanniol verzichten würde. Man müsste es besser sammeln, Aluminium ist ein wichtiger Rohstoff, der nicht in der Tonne untergehen soll
Ich sammel auch meine leeren Gläser, meine Eierkartonverpackungen und Leinenbeutel, die man mittlerweile überall geschenkt bekommt – diese Dinge fahre ich dann regelmässig in den Unverpacktladen, dort werden sie dankend angenommen und weitergenutzt. Bitte denkt dran, dass Glas recycelt werden muss, damit uns der Rohstoff nicht verloren geht und wir die Ressourcen nicht ungebraucht lassen.
Wenn ich mein Auto nutze, dann wirklich nur, um mehrere Wege damit zu fahren, wenn ich z.B. beim Zahnarzt bin, fahr ich direkt danach einkaufen. Liegt alles auf dem Weg und so muss ich nicht 2 x losfahren. Innerhalb des Ortes geh ich alles zu Fuss und habe mir sogar einen Einkaufstrolley angeschafft.
Im Bad habe ich mittlerweile den Abfalleimer gegen einen kleinen Behälter ausgetauscht, denn ausser Haare und Rasierklingen habe ich hier keinen Müll mehr.
In der Küche hat sich der Müll auch dezimiert. Brauchte ich früher nur wenige Tage, bis mein Gelber Sack-Eimer voll gewesen ist, brauche ich wirklich 1 Monat, bis er voll ist und dann ist vieles fremdgesteuert, weil ich z.B. neue Küchengeräte gekauft habe und nun die Umverpackung weg muss.
Eine Optimierung ist immer möglich, meine Küche- und auch Körperwaage habe ich auf Solara umgestellt, da beide Geräte sehr viele Batterien gefressen haben. Was ich nicht mehr brauche, verschenke ich, damit jemand anderes nichts Neues kaufen muss, aber bei all der Optimierung denke ich, dass man es nicht übertreiben muss.
Wenn ich beim Einkaufen den Kopf einschalte und auf plastikfreie Alternativen setze, dann habe ich gerade noch 10% von dem, was ich noch vor 5 Jahren hatte.
Mittlerweile sprechen mich auch viele Freunde an, manche bekommen in meiner Gegenwart ein schlechtes Gewissen und einige haben schon auf Seife, Campinggeschirr für Ausflüge, etc umgestellt. wie oft höre ich, wenn du das und das nicht gesagt/ gemacht hättest, wär ich gar nicht darauf gekommen.
Das freut mich besonders, denn es zeigt, dass ich etwas bewirke – von den nahezu 60.000 Pappbechern, die aufgrund meiner Aktion in meiner alten Firma jährlich gespart werden, natürlich abgesehen – das war 2017 und seitdem hat das Unternehmen ca 350.000 Einwegbecher gespart.
PS: ich muss jetzt los, Walnüsse sammeln, denn mal ehrlich, warum soll ich Nüsse aus Kalifornien in Plastik verpackt kaufen, wenn die Natur uns solche Schätze in den eigenen Wiesen schenkt